| Counterparts. 2026 Galerie Rainer Gröschl, Kiel Foto: Rainer Gröschl |
„I don't just come with my holsters loaded with charcoal. I get involved in the mystery of space. I have the same adrenalin and heartbeat going on as I enter the paper as I do going onstage.“ (Trisha Brown)
Ich mag anwesende, handfeste Körper, die einem Position, Richtung und Basis geben. Ich mag den Kontakt zu den Dingen ganz fundamental. Mein Körper, dein Körper! Die unverrückbare Präsenz eines ruhenden Volumens, auf das man sich verlassen kann. Morgen ist es da auch noch und ich kann mich neu zu ihm verhalten. Imaginieren was ich will, fliegen, mich zerfetzen, auf den Boden hauen. Der Boden selbst bleibt. Als riesige Potenz. Betonfläche.
Das verlange ich mitunter von meinen Skulpturen auch - Anker zu sein, Kraftzentrum, diese physische Präsenz zu entwickeln und zu halten.
| Kreisen. 2023, pigmentierter Beton, ca. 60 x 50 x 6 cm |
Artist Statement
Mich fasziniert die Gratwanderung von einem massivem intakten Skulpturenkörper, der sein eigenes Zentrum besitzt und verteidigt, hin zu fast marginalen skulpturalen „Randerscheinungen“, die auf freigespurte blanke Bereiche verweisen, an denen die Bewegungsintensität am höchsten war. – Skulptur als Verweis und Niederschlag, als plastische, bewusst lückenhafte Spur.
Der Beton ist für mich hier Mittler zwischen beiden Polen: massig, schwer, dicht besetzt er Orte – ist mir zugleich aber filigraner, hauchdünner Grat, Ausläufer und Echo einer Bewegung. Seidig matt, weich, fließend täuscht er uns zumal noch in zartem unentschiedenen Blaugrün – ist er auch überraschend ephemer wie der Tanz.