nehmen, grabbing. 2024, pigmentierter Beton, 90 x 90 x 8 cm in "Stein Stoff Silber", Kunstquartier Bethanien |
| Kreisen. 2023, pigmentierter Beton, ca. 60 x 50 x 6 cm |
Artist Statement
Mich fasziniert die Gratwanderung von einem massivem intakten Skulpturenkörper, der sein eigenes Zentrum besitzt und verteidigt, hin zu fast marginalen skulpturalen „Randerscheinungen“, die auf freigespurte blanke Bereiche verweisen, an denen die Bewegungsintensität am höchsten war. – Skulptur als Verweis und Niederschlag, als plastische, bewusst lückenhafte Spur.
Der Beton ist für mich hier Mittler zwischen beiden Polen: massig, schwer, dicht besetzt er Orte – ist mir zugleich aber filigraner, hauchdünner Grat, Ausläufer und Echo einer Bewegung. Seidig matt, weich, fließend täuscht er uns zumal noch in zartem unentschiedenen Blaugrün – ist er auch überraschend ephemer wie der Tanz.
2014 habe ich das erste Mal direkt mit meinem Körper in frischem Ton gearbeitet. Die Beziehung von Abdruck, Spur und Körper war für mich von Beginn an faszinierend. Als erfahrene Tänzerin lernte ich schnell mit dem Feedback des feuchten Tons Druck, Winkel, Tempo, Kleidung, Haut – meinen Körper als Werkzeug so zu steuern, dass ich bestimmte plastische Grundformen wiederholen und somit im Ton gezielt setzen kann. Dies ist die Voraussetzung für kompositorische Arbeit, für die Möglichkeit als Bildhauerin zu arbeiten wie als Choreographin: Ich platziere Bewegung.
Aus gleichförmigen 10kg-Ton-Quadern (Hubeln) füge ich verschieden große streng geometrische Ausgangskörper zusammen. Durch die gewählte Grundbewegung (wie z.B. Drehen auf der Ferse / Schleifen des Rückens in eine konstante Richtung) und deren jäh spezifischem Kraftprofil beginnen sich die Ton-Hubel zu verformen, zu wandern, zu reißen und zeichnen meinen Bewegungs-prozess dieser Art auf. Größere skulpturale Arbeiten (aus 8-10 Hubeln) fungieren als eine Art „Bruch-Mutter“ – durch den Trocknungsprozess des schwindenden Tons brechen sich zahlreiche neue Formereignisse Bahn. Die so entstandenen Bruchstücke verwende ich für neue Konstellationen / Orientierungen / Schichtungen.
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| Spange_v, 2022, pigmentierter Beton, 65 x 300 x 6 cm, Ansicht Galerie Paul Scherzer |
























